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Honigbienen gegen Wildbienen? Warum die Debatte am eigentlichen Problem vorbeigeht

  Honigbienen gegen Wildbienen? Warum die Debatte am eigentlichen Problem vorbeigeht Wer sich mit Bienen beschäftigt, begegnet inzwischen immer häufiger einer erstaunlichen Behauptung: Ausgerechnet die Honigbiene soll eine Gefahr für Wildbienen sein. Sie nehme ihnen Nektar und Pollen weg, verdränge sie von Blüten und habe deshalb in Naturschutzgebieten oder sogar in Städten nichts verloren. Für Imker klingt das zunächst befremdlich. Schließlich galt die Honigbiene lange geradezu als Symbol für Arten- und Naturschutz. Inzwischen scheint das Pendel teilweise in die andere Richtung ausgeschlagen zu sein. Aus der vermeintlichen Retterin der Natur wird plötzlich eine ökologische Konkurrentin. Wie so oft liegt die wissenschaftlich interessante Antwort aber nicht an einem der beiden Extreme. Zunächst einmal: Ja, Honigbienen und Wildbienen können miteinander um Nahrung konkurrieren. Das sollte man nicht bestreiten. Honigbienen sind ausgesprochen leistungsfähige Sammlerinnen. Ein Volk beste...

Imkerei unter Druck: Weniger Bienenvölker, steigende Kosten und neue Gefahren

 Bienen halten war vermutlich noch nie ein ganz einfaches Hobby. Wer heute mit der Imkerei beginnt, merkt aber schnell, wie viel Wissen inzwischen notwendig ist, um Bienenvölker gesund durch das Jahr zu bringen. Varroamilben müssen kontrolliert und behandelt, Futtervorräte überwacht, Krankheiten erkannt und Wetter und Trachtentwicklung im Blick behalten werden. Dazu kommen steigende Kosten für Material und Betriebsmittel und nicht zuletzt die Frage, ob sich der eigene Honig zu einem Preis verkaufen lässt, der wenigstens einen Teil dieses Aufwandes abbildet. Aktuelle Zahlen geben Anlass, genauer hinzusehen. Nach Jahren des Wachstums geht die Zahl der Bienenvölker zumindest regional wieder zurück. In Sachsen waren 2025 knapp 61.000 Völker bei der Tierseuchenkasse gemeldet. Zwei Jahre zuvor waren es noch 69.200. Gleichzeitig sank dort zuletzt auch die Zahl der Bienenhalter. Als einen Grund nennt der sächsische Imkerverband wirtschaftliche Probleme insbesondere größerer Imkereien: Heim...

Neophyten in Frankfurt: Die Kanadische Goldrute – wertvolle Nahrungsquelle und trotzdem problematisch?

Serie: Neophyten in Frankfurt Wer im Spätsommer durch Frankfurt läuft oder mit dem Fahrrad an Bahndämmen, Brachen und Wegrändern entlangfährt, kann sie kaum übersehen: hohe Pflanzen mit großen gelben Blütenrispen, häufig nicht einzeln, sondern gleich in dichten Beständen. Auf den Blüten sitzen Honigbienen, Wildbienen, Schwebfliegen, Käfer und andere Insekten. Auf den ersten Blick sieht das nach einem kleinen Paradies für Bestäuber aus. Tatsächlich handelt es sich häufig um die Kanadische Goldrute, Solidago canadensis . Und gerade an ihr lässt sich gut zeigen, warum ökologische Zusammenhänge komplizierter sind als die einfache Gleichung „viele Blüten = gut für die Natur“. Die Kanadische Goldrute stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde als Zierpflanze nach Europa gebracht. Heute ist sie in Deutschland fest etabliert. Damit gehört sie zu den sogenannten Neophyten: Pflanzenarten, die durch menschlichen Einfluss in Gebiete gelangt sind, in denen sie ursprünglich nicht vorkamen. Der Be...