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Chubb-Patenbienen im Herbst: Auffütterung und Schutz vor der Asiatischen Hornisse

Teil 2 unserer Serie über die Chubb-Patenbienen bei Sandig & Summ:  Die Natur stellt sich vor die Bienen Der Sommer geht zu Ende und bei unseren beiden Patenvölkern von Chubb beginnt eine entscheidende Phase des Bienenjahres. Die Honigernte ist abgeschlossen, die Völker bereiten sich auf den Winter vor – und wir helfen dabei. Nach der Honigernte werden die Bienen aufgefüttert. Schließlich haben wir ihnen mit dem Honig einen Teil ihrer Wintervorräte genommen. Über Futteraufsätze bekommen die Völker deshalb ausreichend Nahrung, damit sie mit genügend Reserven in die kalte Jahreszeit gehen können. Eigentlich könnte es jetzt langsam ruhiger werden am Bienenstand. In den vergangenen Jahren war der Spätsommer für mich vor allem die Zeit, in der Futter kontrolliert, die Volksstärke beobachtet und die Überwinterung vorbereitet wurde. Inzwischen z gibt es allerdings einen neuen Akteur am Bienenstand: die Asiatische Hornisse ( Vespa velutina nigrithorax ). Ein neuer Jäger vor dem Fluglo...

Wenn der Sommer nach Wald schmeckt: Unser Sommerhonig 2026

Manchmal verrät ein Honig schon beim ersten Blick, dass er anders wird als erwartet. Als unser Sommerhonig 2026 aus der Schleuder kam, war er deutlich dunkler als viele unserer bisherigen Honige. Im Glas wirkt er fast bernstein- bis dunkelbraun, im Geschmack kräftig, leicht herb und trotzdem angenehm süß. Und dann ist da dieses Aroma, bei dem mir ziemlich schnell ein Gedanke durch den Kopf ging: Der schmeckt irgendwie nach Wald. Das ist natürlich zunächst einmal genau das: ein Geschmackseindruck. Honig kann schließlich nicht erzählen, auf welchen Pflanzen die Bienen unterwegs waren. Und auch wenn Farbe, Aroma und Konsistenz Hinweise liefern können, lässt sich aus einem dunklen, würzigen Honig nicht einfach ableiten: Das muss Waldhonig sein. Gerade diese kleine Unsicherheit finde ich aber spannend. Denn sie erzählt ziemlich gut, was Imkerei für mich ausmacht: beobachten, Vermutungen entwickeln, genauer hinschauen und manchmal feststellen, dass die Bienen längst ihre eigenen ...

Ein später Schwarm – und welche Honigbiene ist das eigentlich?

Ein Bienenschwarm Ende September? Eigentlich steht das so nicht im Lehrbuch. Und doch saßen diese Bienen plötzlich im Gebüsch. Ein guter Anlass, nicht nur über das Schwärmen zu sprechen, sondern auch über eine Frage, die erstaunlich oft für Verwirrung sorgt: Was genau ist eigentlich Apis mellifera – und welche Unterarten der Westlichen Honigbiene gibt es? Vor wenigen Tagen bekam ich die Nachricht, dass sich ein Bienenschwarm in einem Gebüsch niedergelassen hatte. Ende September. Meine erste Reaktion war durchaus skeptisch. Die klassische Schwarmzeit liegt schließlich im Frühjahr und Frühsommer. Zu dieser Jahreszeit bereiten Imker ihre Völker längst auf den Winter vor. Ein Schwarm passt da eigentlich nicht mehr ins Bild. Ich bat deshalb zunächst um ein Foto. Doch tatsächlich: Dort saßen Honigbienen. Also Eimer eingepackt, hingefahren, Bienen eingesammelt und in eine Beute eingeschlagen. Das Foto zeigt einen Teil des Schwarms beim Einlaufen in sein neues Zuhause. Apis mellifera – eine ...

Zwischen Varroamilbe und Hornissendruck: Warum Bienenvölker sterben, die Honigbiene aber nicht ausstirbt

Wenn Bieneninstitute und Monitoring-Projekte im Frühjahr die Auswinterungszahlen veröffentlichen, schlagen die Meldungen verlässlich hohe Wellen. Verlustraten von 15, 20 oder regional über 30 Prozent der eingewinterten Bienenvölker sind keine Seltenheit. Für Imkerinnen und Imker bedeuten solche Zahlen einen herben Rückschlag: Sie stehen für verlorene Arbeitsstunden, vernichtete Völkerbiomasse und schmerzhafte wirtschaftliche Einbußen. In den Medien wird daraus jedoch reflexartig das vertraute Schreckensszenario konstruiert: „Das große Sterben geht weiter – die Biene verschwindet.“ Wer diese Vorgänge naturwissenschaftlich betrachtet, erkennt rasch die methodische Schieflage. Bienenvölker sterben tatsächlich zu Hunderttausenden – doch die Art Apis mellifera befindet sich in keinerlei Aussterbedynamik. Um diesen scheinbaren Widerspruch aufzulösen, muss man tief in die Bienenpathologie, die Parasitologie und die Populationsmechanismen der Nutztierhaltung eintauchen. Die Bedrohungen am Bie...

Immer mehr Bienenvölker in Deutschland? Nein – die Statistik erzählt eine andere Geschichte

 Immer wieder begegnet mir in Diskussionen über Bienen eine scheinbar beruhigende Zahl: In Deutschland gebe es „immer mehr Bienenvölker“. Manchmal wird daraus sogar das Argument abgeleitet, die Sorge um Bienen oder Bestäuber sei übertrieben. Tatsächlich ist die Zahl der gehaltenen Honigbienenvölker seit einem Tiefpunkt in den 2000er-Jahren wieder gestiegen. Die Behauptung, es gebe in Deutschland immer mehr Bienenvölker, ist trotzdem falsch. Sie entsteht dadurch, dass man die Statistik genau dort beginnen lässt, wo die Kurve ihren Tiefpunkt erreicht hat. Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft nennt für 2007 rund 670.000 Bienenvölker und für 2024 etwa 964.000. Wer nur diese beiden Zahlen betrachtet, sieht einen Anstieg um rund 44 Prozent. Das ist korrekt. Es ist aber nur ein Ausschnitt aus einer wesentlich längeren Entwicklung. Bereits historische Quellen zeigen, dass Deutschland früher erheblich mehr Bienenvölker hatte. In einem Antrag im Deutschen Bundestag aus dem Jahr 2008...