Serie: Bienenpatenschaft mit Chubb (1): Wenn aus Unternehmensengagement Begeisterung für Bienen wird
Was ist eigentlich eine Bienenpatenschaft?
Die Grundidee ist einfach: Unternehmen, Organisationen oder auch Privatpersonen übernehmen eine Patenschaft für ein Bienenvolk. Anbieter wie nearBees vermitteln solche Bienenpatenschaften und bringen Unternehmen und Imkereien zusammen. Dadurch können Firmen ihr Engagement für Bienen und Biodiversität mit konkreten Projekten vor Ort verbinden. Auch die Zusammenarbeit zwischen Chubb und Sandig & Summ ist auf diesem Weg entstanden. Das Schöne daran: Hinter dem zunächst recht abstrakten Begriff „Bienenpatenschaft“ stehen plötzlich echte Tiere, ein konkreter Standort und ein Imker, den man mit Fragen löchern kann. Und Fragen gibt es erstaunlich viele.
Wie viele Bienen leben eigentlich in einem Volk? Warum schwärmen Bienen? Wie entsteht eine neue Königin? Wie finden Bienen zurück zu ihrem Stock? Warum ist Honig manchmal flüssig und manchmal fest? Und natürlich die Frage, die irgendwann fast immer kommt: Wie oft wirst du eigentlich gestochen? Genau an diesem Punkt wird eine Bienenpatenschaft für uns interessant.
Honigbienen sind nur ein Teil der Geschichte
Wer von „den Bienen“ spricht, meint meistens die Honigbiene. Das ist verständlich, schließlich ist sie als Nutztier seit Jahrtausenden eng mit dem Menschen verbunden. Doch die Welt der Bienen ist sehr viel größer. In Deutschland gibt es mehr als 500 Wildbienenarten. Hummeln gehören ebenso dazu wie Mauerbienen, Sandbienen oder Blattschneiderbienen. Die meisten dieser Arten leben – völlig anders als unsere Honigbienen – nicht in großen Staaten, sondern solitär. Ein einzelnes Weibchen baut sein Nest und versorgt seinen Nachwuchs selbst. Und genau hier wird aus einer Bienenpatenschaft für uns ein Bildungsprojekt.
Denn wer sich für Honigbienen begeistert, beginnt häufig irgendwann auch die anderen Bienen wahrzunehmen. Plötzlich wird aus einem unscheinbaren Loch im Boden möglicherweise der Nesteingang einer Sandbiene. An einer Nisthilfe lassen sich Mauerbienen beobachten. Und die vermeintlich „kleine Hummel“ an einer Blüte entpuppt sich vielleicht als eine ganz andere Wildbienenart.
Bienenschutz beginnt bei den Pflanzen
Noch wichtiger ist eine zweite Botschaft, die wir mit solchen Patenschaften vermitteln möchten: Wer Bienen schützen möchte, muss über Pflanzen sprechen. Bienen brauchen Nahrung. Und zwar nicht irgendeine Nahrung, sondern geeignete Blütenpflanzen zur richtigen Zeit. Für viele spezialisierte Wildbienenarten ist die Auswahl sogar erheblich eingeschränkter als für Honigbienen.
Deshalb beschäftigen wir uns bei Sandig & Summ zunehmend mit heimischen Wildpflanzen. Sie bilden gemeinsam mit den heimischen Insekten über lange Zeit entstandene ökologische Beziehungen. Eine vermeintlich „unordentliche“ Ecke mit heimischen Pflanzen kann deshalb ökologisch wertvoller sein als ein akkurat gepflegtes Beet mit exotischen Zierpflanzen.
Das bedeutet nicht, dass jeder Garten verwildern muss. Es bedeutet vielmehr, genauer hinzusehen: Was blüht hier eigentlich? Wann blüht es? Finden Insekten vom Frühjahr bis in den Herbst Nahrung? Gibt es offene Bodenstellen? Dürfen Pflanzenstängel über den Winter stehen bleiben? Und welche Tiere profitieren davon? Aus dem Thema Bienen wird damit sehr schnell ein Thema über Lebensräume und Biodiversität.
Unsere Motivation bei Sandig & Summ
Genau das treibt uns bei Sandig & Summ an. Natürlich imkern wir gerne. Wir freuen uns über gesunde Bienenvölker und selbstverständlich auch über guten Honig. Aber die Faszination der Bienen geht weit darüber hinaus.
Wer einmal erlebt hat, wie sich zehntausende einzelne Tiere zu einem funktionierenden Superorganismus organisieren, wie Arbeiterinnen miteinander kommunizieren oder wie sich ein Bienenvolk im Verlauf eines Jahres verändert, betrachtet diese Tiere irgendwann mit anderen Augen. Diese Begeisterung möchten wir weitergeben. Und wir möchten sie nutzen, um den Blick zu erweitern: von der Honigbiene zu den Wildbienen, von den Wildbienen zu ihren Nahrungspflanzen und von einzelnen Arten schließlich zu der Frage, wie wir Lebensräume gestalten können, in denen biologische Vielfalt überhaupt eine Chance hat.
Eine Patenschaft, die neugierig machen soll
Deshalb freuen wir uns besonders über die Bienenpatenschaft mit Chubb. Sie ermöglicht nicht nur die Betreuung eines Bienenvolkes, sondern schafft Anlässe für Gespräche, Begegnungen und vielleicht auch für die eine oder andere überraschende Erkenntnis.
Wenn jemand nach einem Besuch am Bienenstand eine Hummel plötzlich als Wildbiene erkennt, im eigenen Garten heimische Wildpflanzen aussät oder beim nächsten Spaziergang genauer hinschaut, welche Insekten gerade auf einer Blüte sitzen, ist für uns schon viel erreicht. Denn am Ende schützt man besonders gerne das, was man kennt und schätzen gelernt hat.
Und manchmal beginnt genau das mit einem Glas Honig, einem Blick in ein Bienenvolk – und ziemlich vielen Fragen.

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