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Wenn der Sommer nach Wald schmeckt: Unser Sommerhonig 2026

Manchmal verrät ein Honig schon beim ersten Blick, dass er anders wird als erwartet. Als unser Sommerhonig 2026 aus der Schleuder kam, war er deutlich dunkler als viele unserer bisherigen Honige. Im Glas wirkt er fast bernstein- bis dunkelbraun, im Geschmack kräftig, leicht herb und trotzdem angenehm süß. Und dann ist da dieses Aroma, bei dem mir ziemlich schnell ein Gedanke durch den Kopf ging: Der schmeckt irgendwie nach Wald. Das ist natürlich zunächst einmal genau das: ein Geschmackseindruck. Honig kann schließlich nicht erzählen, auf welchen Pflanzen die Bienen unterwegs waren. Und auch wenn Farbe, Aroma und Konsistenz Hinweise liefern können, lässt sich aus einem dunklen, würzigen Honig nicht einfach ableiten: Das muss Waldhonig sein. Gerade diese kleine Unsicherheit finde ich aber spannend. Denn sie erzählt ziemlich gut, was Imkerei für mich ausmacht: beobachten, Vermutungen entwickeln, genauer hinschauen und manchmal feststellen, dass die Bienen längst ihre eigenen ...

Ein später Schwarm – und welche Honigbiene ist das eigentlich?

Ein Bienenschwarm Ende September? Eigentlich steht das so nicht im Lehrbuch. Und doch saßen diese Bienen plötzlich im Gebüsch. Ein guter Anlass, nicht nur über das Schwärmen zu sprechen, sondern auch über eine Frage, die erstaunlich oft für Verwirrung sorgt: Was genau ist eigentlich Apis mellifera – und welche Unterarten der Westlichen Honigbiene gibt es? Vor wenigen Tagen bekam ich die Nachricht, dass sich ein Bienenschwarm in einem Gebüsch niedergelassen hatte. Ende September. Meine erste Reaktion war durchaus skeptisch. Die klassische Schwarmzeit liegt schließlich im Frühjahr und Frühsommer. Zu dieser Jahreszeit bereiten Imker ihre Völker längst auf den Winter vor. Ein Schwarm passt da eigentlich nicht mehr ins Bild. Ich bat deshalb zunächst um ein Foto. Doch tatsächlich: Dort saßen Honigbienen. Also Eimer eingepackt, hingefahren, Bienen eingesammelt und in eine Beute eingeschlagen. Das Foto zeigt einen Teil des Schwarms beim Einlaufen in sein neues Zuhause. Apis mellifera – eine ...

Gottesanbeterin am Bienenstand: faszinierender Fund – und ein sichtbares Zeichen des Klimawandels

Heute saß an einer meiner Bienenbeuten ein Tier, das man auf den ersten Blick eher mit einem Urlaub am Mittelmeer verbinden würde als mit einem Bienenstand in Hessen: eine ausgewachsene Europäische Gottesanbeterin ( Mantis religiosa ). Mit ihrem dreieckigen Kopf, den großen Augen und den charakteristischen Fangbeinen ist sie kaum zu verwechseln. Ein faszinierendes Tier – und ein schöner Fund. Aber zugleich einer, bei dem es sich lohnt, etwas genauer hinzusehen. Denn die zunehmenden Beobachtungen der Gottesanbeterin in Hessen sind nicht einfach eine kuriose Laune der Natur. Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) erfasst ihre Ausbreitung ausdrücklich als Klimafolgenindikator . Gehört die Gottesanbeterin überhaupt nach Deutschland? Die Antwort ist interessanter, als man zunächst denkt: Ja – aber die Geschichte ist komplizierter als „südliche Art wandert neu nach Deutschland ein“. Mantis religiosa ist kein eingeschlepptes Neozoon wie etwa manche invasive A...

Serie: Bienenpatenschaft mit Chubb (1): Wenn aus Unternehmensengagement Begeisterung für Bienen wird

Seit diesem Jahr dürfen wir bei Sandig & Summ ein besonderes Projekt begleiten: eine Bienenpatenschaft mit Chubb. Für uns ist eine solche Patenschaft weit mehr als die Finanzierung eines Bienenvolkes oder die Möglichkeit, am Ende des Jahres einige Gläser Honig mit nach Hause zu nehmen. Sie bietet die Gelegenheit, Menschen mit einer faszinierenden Welt in Berührung zu bringen, die sich oft direkt vor unserer Haustür abspielt – und die dennoch vielen weitgehend unbekannt ist. Was ist eigentlich eine Bienenpatenschaft? Die Grundidee ist einfach: Unternehmen, Organisationen oder auch Privatpersonen übernehmen eine Patenschaft für ein Bienenvolk. Anbieter wie n earBees vermitteln solche Bienenpatenschaften und bringen Unternehmen und Imkereien zusammen. Dadurch können Firmen ihr Engagement für Bienen und Biodiversität mit konkreten Projekten vor Ort verbinden. Auch die Zusammenarbeit zwischen Chubb und Sandig & Summ ist auf diesem Weg entstanden. Das Schöne daran: Hinter dem zun...

Schwarmzeit im September? Von Lehrbuchregeln und Bienen, die nicht lesen können

Eigentlich ist die Sache klar geregelt: Schwarmzeit ist im Mai und Juni, vielleicht noch mit ein paar Nachzüglern Anfang Juli. Danach kehrt am Bienenstand eine andere Phase ein. Ende September denkt man als Imker an ganz andere Dinge: Die Spätsommerpflege ist durch, das Winterfutter eingelagert, die Varroa-Behandlung läuft oder ist abgeschlossen und die Völker stellen sich auf die kalte Jahreszeit ein. Die imkerliche Welt folgt hier einer verlässlichen Ordnung.  Zumindest in der Theorie.  Heute ist der 21. September. Als am Nachmittag das Telefon klingelte und eine aufgeregte Stimme am anderen Ende erklärte: „Bei uns im Garten hängt ein Bienenschwarm in der Hecke!“ , war mein erster Gedanke entsprechend pragmatisch: Klar, und morgen schneit es.  Um diese Jahreszeit haben Wespen ihre Völker auf dem Höhepunkt, Hornissen sind aktiv und der Laie verwechselt im Spätsommer so ziemlich alles, was summt und gelb-schwarz gestreift ist, mit Bienen. Höflich, aber innerlich vollkomme...